Ein alter Brauch: Wettrauchen am Karfreitag

 

Schon seit vielen Jahren findet jedes Jahr am Karfreitag das so genannte „Osterrauchen“ statt.
In früheren Jahren war dies stets ein Wettrauchen mit dem befreundeten Verein „Nie Gedacht“.  In jedem Jahr trafen sich die Mitglieder beider Vereine, um dem blauen Dunst zu frönen – immer abwechselnd: einmal im „Kroog“ – dem Vereinslokal der „Nie Gedacht“ und im darauf folgenden Jahr im „Bürgerhaus“ – dem Vereinslokal des ÄTC.

Beides ist längst Geschichte. Sowohl die beiden Vereinslokale gibt es nicht mehr als auch den befreundeten Verein „Nie Gedacht“.

Die Tradition des Osterrauchens ist aber erhalten geblieben.  Und so fand auch in diesem Jahr wieder das Wettrauchen statt, zu dem sich 16 Vereinsmitglieder einfanden.

 

Um den Wanderpreis haben schließlich 8 Teilnehmer bis zum letzten Zug geraucht … 🙂
Bei diesem Wettkampf beteiligen sich auch Nichtraucher, denn beim Zigarre rauchen, geht es vor allem um Geselligkeit!

Das Ziel des Wettrauchens ist es, die Zigarre so lange wie möglich glimmen zu lassen – ohne das die Glut erlöscht. Ein Schiedsrichter beaufsichtigt den Wettkampf, bei dem es zum Schluss nur noch um wenige Millimeter Tabak geht.

In diesem Jahr ging in einem zeitlich engen Finale Hermann Resch als Sieger des ÄTC-Osterrauchens mit 132 Minuten hervor. Dicht gefolgt von Werner Göller, der 130 Minuten an seiner Zigarre rauchte. Den 3. Platz belegte der Schatzmeister des Vereins Uwe Domaschk mit 129 Minuten.

v. l. n. r. Uwe Domaschk (3. Platz), Manfred Ehlen (2. Vorsitzender überreicht die Preise), Hermann Resch (1. Platz), Werner Göller (2. Platz)

 

Tabaks Collegium

Bereits im 17. Jahrhundert traf man sich zu einem Tabakskollegium bei Hof. Der Brauch hatte wohl seinen Ursprung in den benachbarten Niederlanden und wurde durch König Friedrich I und dessen Sohn Friedrich Wilhelm I zu einer Institution.

König Friedrich I war der Meinung, „… dass der Gebrauch des Tabkas gegen alle böse Luft gut sei …“ Und so traf man sich zum geselligen Beisammensein, um gemeinsam zu rauchen. Und nicht nur „Mann“ traf sich, auch Damen nahmen an den Tabakskollegien teil. Dabei war das sonst strenge Hofzeremoniell eher gelockert – wie man auf deinem Gemälde von Paul Carl Leygebe aus der Zeit um 1710 erkennen kann. Hier sitzen Damen und Herren zusammen. Es wurden Getränke serviert und aus holländischen Tonpfeifen geraucht. Es heißt, das Rauchen war eigentlich Pflicht, man konnte sich jedoch davon loskaufen, in dem man für wohltätige Zwecke spendete.

Eine grundlegende Änderung führte der „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I jedoch herbei. Er schloss die Damen aus und macht das Tabakskollegium zu einer reinen Männergesellschaft, die sich in einfach möblierten Räumen traf, reichlich Bier tranken und beim Rauchen aus Ton- oder Meerschaumpfeifen überwiegend über politische und religiöse Themen diskutierten.

Sein Sohn Friedrich II hatte jedoch eine entschiedene Abneigung gegen das Tabakrauchen und beendete die Tradition am preußischen Hof.

Circa einhundert Jahre später gründete sich im Jahre 1870 in Heddesdorf das Ältere Tabaks Collegium und pflegt seitdem den Rauchsport, obwohl etwa 70 Prozent der Mitglieder Nichtraucher sind.

 

 

Presseschau: Sommerfest 2015

Heddesdorf. Das Ältere Tabaks Collegium Heddesdorf lud zum zweitägigen Sommerfest und zahlreiche Besucher fanden den Weg auf das Gelände des Turnvereins Heddesdorf. Man saß bei herrlichem Sommerwetter zusammen um den Fassanstich zu genießen, später dann wurde den Gästen eine Tombola präsentiert, wo es viele tolle Preise zu gewinnen gab. Am nächsten Tag traf man sich zum Frühschoppen, um am Mittag das traditionelle Zigarrenwettrauchen um den Nette-Edel Pils Pokal auszurauchen. Nach knapp zwei Stunden standen die Sieger fest. An beiden Tagen genossen die Besucher bei kühlen Getränken und Grillgut schöne Stunden beim mittlerweile zweitältesten Verein in Heddesdorf.

Presseschau: ÄTC traf sich zur Jahreshauptversammlung

Heddesdorf. Das Ältere Tabaks Collegium Heddesdorf lud zur Jahreshauptversammlung in die Gaststätte Dorfschänke.

Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden Fredi Lötsch folgten die Berichte des Schriftführers, des Kassierers und der Kassenprüfer.

Nun kam man zu den Ehrungen:
Vereinsmeister im Zigarren-Langsamrauchen wurde Kollege Hauke Walter mit 501 Minuten. Den zweiten Platz errauchte Horst Rech mit 481 Minuten. Dritter wurde David Jakoby mit 331 Minuten.

Für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit ehrte man Rolf Kühlborn, Heinz Nagel und Dieter Petry.
Auf 40 Jahre Vereinstreue blicken die Kollegen Manfred Siemeister und Horst Wengenroth zurück.

Nachdem man im Anschluss alle anstehenden Termine im neuen Geschäftsjahr absegnete, schloss man nach einem gemeinsamen Abendessen eine harmonische Jahreshauptversammlung.